Tipps zur
Verlegung von

Gartenbahn-Gleisen

 

(zuletzt aktualisiert am 05.04.2012)

 


Die Trassierung:

 

Es gibt viele Möglichkeiten, Gartenbahngleise zu trassieren. Ich möchte an dieser Stelle nur

die von mir gewählte Methode mit abgerundeten Rasenkantensteinen erwähnen,

die ich wohl als Erster angewandt habe und die inzwischen schon viele zufriedene Nachahmer gefunden hat.

 

Bei mir haben die Gartenbahntrassen folgenden Aufbau:

Die Oberschicht von gewachsenem Boden wird, wo vorhanden, entfernt, um den späteren Bewuchs einzudämmen.

Sandauffüllung / Palisadenabgrenzung / Rasenfläche

Auf den Untergrund schütte ich Füllsand, den ich durch Stampfen oder Festtreten vorverdichte, nivelliere und gerade abziehe.

Rasenkantensteine Mähfix®

Hierauf lege ich Rasenkantensteine, die unter dem Namen "Mähfix®" erhältlich sind.
(nicht die dünneren und kleineren "Rasenfix®"-Platten gleicher Form!)

Sie bieten gegenüber den bisher oft von Gartenbahnern verwendeten Gehwegplatten viele Vorteile:

  • sie sind handlich und relativ leicht (und doch schwer genug, um sicher zu liegen),

  • sie können auf fast jedem Untergrund verlegt werden,

  • sie können durch ihre Form so verlegt werden, daß sie in eleganten Kurven genau dem Gleisverlauf folgen,

  • sie können bei Umbauarbeiten leicht entfernt und anders verlegt werden,

  • sie haben eine ideale Breite für den Bahndamm und sind jeweils so lang


  • wie ein LGB®-Standard-Gleis (30 cm).

    Es gibt diese handlichen Betonplatten in verschiedenen Farben zum Preis von unter einem Euro pro Stück bei den meisten Baumärkten (die grauen sind am billigsten und genügen vollkommen - auf Sonderangebote achten!).

    Diese Methode eines festen, tragfähigen, aber dennoch jederzeit korrigier- und veränderbaren Unterbaus hat sich bereits bestens bewährt.
    Ich richte die Platten unter Verwendung einer Wasserwaage eben oder im gewünschten Gefälle aus und klopfe sie mit einem Gummihammer fest in das Sandbett.
    Falls nötig oder gewünscht, können später die Gleise mittels Dübeln und Schrauben auf den Platten befestigt werden. Die Gleise sollten sich aber immer etwas bewegen können, damit Längenänderungen bei Wärme und Kälte aufgefangen werden können. Ich schraube daher meist nur die Weichen als "Zwangspunkte" fest.

    Beete, Rasenflächen, Gehwege usw. grenze ich je nach Gestaltungswunsch mittels Betonrasenkanten, Palisaden, Pflastersteinen oder Pflanztrögen von Sandaufschüttungen und sonstigen Trassenbestandteilen ab, damit sich die verschiedenen Baustoffe nicht vermischen und später eine bessere Pflege möglich ist.

    Um den richtigen Platz für die Trassenbegrenzungen zu finden, lege ich die beabsichtigten Gleisverläufe erst einmal lose aus. Die Trasse wird dann mit Sand verfüllt und zwischen den Begrenzungen nivelliert.

    Trassierungsarbeiten

    Das Brettchen oben rechts im Bild ist mein Abstandhalter während des Bauens - es ist 30 cm breit und gibt die von mir gewählte Trassenbreite vor, die (bei mir) nicht unterschritten werden darf, damit auch überbreite und weit auslenkende Fahrzeuge genügend Freiraum haben.

    Den Freiraum zwischen den Betonplatten und den Trassen-Begrenzungen fülle ich zunächst mit grobem Schotter, um den offenliegenden Sand abzudecken. Dies ist aber noch nicht die endgültige Einschotterung. Der grobe Schotter gibt den Betonplatten etwas mehr seitlichen Halt und sorgt dafür, dass sich im Sand kein Bewuchs festsetzt (außerdem haben Nachbars Katzen den offen liegenden Sand immer gerne als ihre Toilette benutzt!).

    Ist die Trasse vorbereitet, geht es an das Verlegen der Gleise.

    Ein ganzer Haufen Gleise wartet auf seine Verwendung

    Da sind sie ja - noch ein wirrer Haufen, Gerade, Bögen aller Radien u. a., bestehend aus Teilen der alten Anlage, Moba-Börsen-Schnäppchen usw.

    Altgleise zur Wiederverwendung

    Auch die schon miteinander verlöteten Gleise aus der alten Anlage werden wieder eingesetzt, soweit möglich. Ich mache mir allerdings nicht die Mühe, Verbindungen zu entlöten, um die Schienen zu trennen. Von diesen Stücken wird abgesägt, was gerade benötigt wird. (Ich kaufe grundsätzlich keine Kurzschienen oder Ausgleichstücke, da diese im Verhältnis zum Gleis voller Länge viel zu teuer sind.)

    fertig verlegtes Gleis auf der Betontrasse, noch nicht eingeschottert

    Alle Gleise werden bei mir endlos verlegt, indem ich sie an den Stößen in den Laschen voll verlöte, da die Gleise kaum am Untergrund befestigt werden. Mehr zum Verlöten von Gleisen auf einer gesonderten Seite.

    Die Weichen werden nur "normal" gesteckt und mit Schraublaschen verbunden, aber nicht verlötet, um die Gleise an diesen Stellen auch mal auseinandernehmen und die Weichen bei Bedarf ausbauen und warten zu können. Außerdem befinden sich an den Weichen in der Regel die Isolierverbinder für die abschaltbaren Stromkreise, so dass ein Löten ohnehin nicht möglich wäre.

    Dort wo ich die Isolierverbinder zur Stromkreistrennung einsetze, verbinde ich die beiden Gleisenden, wo es möglich ist, mit den schwarzen LGB® Gleisklammern, die von unten in die Schwellen gesteckt werden, da die Isolierverbinder selbst keinen Halt bieten.
    Wo diese Methode wegen eines nicht passenden Schwellenabstandes (bei zugeschnittenen Gleisen) nicht anwendbar ist, schlinge ich einen schmalen, verzinkten Blechstreifen (oder einen Draht) um die beiden Schwellen, um der Isolierverbindung Halt zu geben:

    Blechstreifen
    .
    Hier im Bild wirken die Blechstreifen noch etwas auffällig und störend,
    nach einiger Zeit der Verwitterung bildet sich aber eine dunklere Patina.
    .
    Gleisübergang

    Hier kreuzen Gleis und Leerrohr einen Plattenweg, der auch mit Schubkarre und Rasenmäher befahren wird. Ich musste daher einen Übergang konstruieren, der ein späteres Begehen und Befahren ermöglicht.

    Das Ganze wurde einfach betoniert, wodurch sowohl das Gleis als auch das Rohr einen festen Halt erhielten. Links unten kann man erkennen, dass ich das Leerrohr vor dem Betonieren mit aus Metallstreifen selbst gebogenen Haltern im Boden fixiert habe, bis es später von selber hält.
    Wichtig: Der Beton muss gut zwischen die Schwellen und unter die Schienen eingeschlämmt und -gerüttelt werden. Wichtig: An den Außenkanten der Schienen darf kein Beton überstehen, da sonst die Stromschleifer der Triebfahrzeuge auf Beton reiben, was die Fahrt hemmt und zum vorzeitigen Verschleiß führt!
    Den Freiraum zwischen den Schienen kann man natürlich auch ausbetonieren; dann müssen aber mit geeigneten Mitteln (am besten wären innenliegende Zweitschienen) ausreichende Spurrillen freigehalten werden.

    Manchmal gibt es auch Probleme, die die Firma LGB® nicht vorausgesehen hat:
    Wenn man "Weichenstraßen" bildet, kann es vorkommen, dass nicht mehr alle notwendigen Weichenantriebe in den vorhandenen Freiraum passen, obwohl man die Antriebe ja links oder rechts montieren kann.


    Weichenproblem

    In diesem speziellen Fall habe ich unten im Rechtsabzweig ein kurzes gerades Gleisstück einfügen müssen, um den Konflikt zu lösen.

    Nach dem Verlegen der Gleise kommt das engültige Einschottern.
    Da ich noch nicht so weit bin, dazu später mehr.

     


     

    Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die planen, "größere" Höhenunterschiede zu überwinden:

     

    Wer träumt nicht von Strecken, die über Brücken hinweg und unter ihnen hindurch verlaufen?!

    Doch als Gartenbahn-Neuling macht man sich wenig Gedanken darüber, wie lang Rampenstrecken sein müssen, damit die Steigungen nicht zu steil werden und nachher nicht nur durchdrehnde Räder das frustrierende Ergebnis sind.
    (Wer will schon alle Züge nachschieben oder auf wenige Wagen verkürzen?)

     

    Wenn Du Steigungen bauen musst (auch bei mir gibt es Steigungen, die durch ein Grundstücksgefälle vorgegeben sind), solltest Du Dir die Zeit nehmen und in der Praxis ausprobieren, welche Steigungen Du Deinen Fahrzeugen maximal zumuten kannst.

    Hierzu baust Du ein Stück "fliegendes" Gleis als provisorische Rampe auf und befährst sie mit einem Zug, der aus der schwächsten Lok ohne Haftreifen mit der in der Praxis vorkommenden größten Anhängelast (Wagenzahl) gebildet ist und testest, welche Steigung problemlos zu schaffen ist.

     

    Als verwendbare Steigung solltest Du dann sicherheitshalber noch unter der im Test erzielten maximalen Steigung bleiben, damit die Loks nicht überlastet werden und Reserven für spätere Fälle bleiben. Achtung: In Kurven und bei feuchten Schienen musst Du mit noch erheblich schlechteren Werten rechnen und solltest dies einplanen, wenn die Steigung in einer Kurve liegt oder wenn Du beabsichtigst, auch mal bei feuchter Witterung oder Tau zu fahren!

     

    Die im LGB®-Katalog erwähnte mögliche Steigung von 5 % (das sind 5 cm Steigung auf 1 m Gleislänge!) solltest Du nicht ausschöpfen, denn dann ist späterer Frust fast schon vorprogrammiert.

    Besser und praxisnäher sind Steigungen von 2-3 % (also 2-3 cm Steigung auf 1 m Gleislänge).
    Um z. B. bei einer Brücke eine Durchfahrthöhe von 24 cm zu erreichen, benötigst Du dann allerdings schon eine Rampe von mindestens 8 m Länge!
    Das zeigt, welche Ausmaße ein Garten haben muss, wenn man Steigungen bauen will oder muss.


     

    Zurück zur 
    vorherigen Seite

    Zurück zur Startseite
    www.Bahnseiten.de

     

    Impressum

    Fon / Fax / E-Mail

    Rechtliche Hinweise

     

     
    ~~~~~ Idee und Umsetzung: Thomas W. H. Koppermann, Hamburg ~~~~~