Thomas W. H. Koppermann präsentiert:

 

 

 

Schweizer Schmalspur-
und Bergbahnen

Meine Bilder und Tipps von einer
Bahnrundreise
durch die Schweiz
im September 1999
 

Hinweis: Seit 1999 hat sich auch in der Schweiz vieles geändert,

so dass einige der hier gemachten Angaben nur noch

dokumentarischen Charakter in Bezug auf meine damalige Reise haben

und nicht mehr unbedingt den aktuellen Stand darstellen.

 

 
(letzte Änderung: 15.02.2013)
 

 

Mit dem CISalpino® Neigezug ging's von Stuttgart nach Zürich (trotz mancher Vorwarnungen wurde mir nicht schlecht!).
Mein Eindruck: außen elegant - innen veraltet. Eine Alternative: Der ICE-Neigezug der DB (fährt auf dieser Strecke abwechselnd mit dem CIS).

Typisch schweizerische Begrüßung: Die Kuh auf dem Balkon (in Zürich's Altstadt).

 

Und so wirbt ein Zür(i)cher Optiker für seine Dienste. - Originell, die Schweizer!

 

Ausgangsort: Luzern

 

Luzern: Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) - "AlpineLiner®" mit Panorama-Fenstern. Interessante Bahnlinie, insbesondere das Zahnrad-Steilstück von Obermatt nach Engelberg! Tipp: Die Fahrt in Stans unterbrechen und einen Abstecher mit der Standseilbahn zum Stanserhorn machen! (Muss ich noch nachholen.)

########## Daten der Bahnen ##########

 

Ein Zug der Vitznau-Rigi-Bahn (VRB) kurz vor Rigi-Kulm (hier mit einem der älteren Steuerwagen, wo der Bediener vorne noch stehen muß). Ein Muss für Schweiz-Besucher - schon wegen der Anfahrt mit dem historischen Raddampfer!

########## Daten der Bahnen ##########

 

Die Arth-Rigi-Bahn (ARB) in Rigi-Kulm (hier wurde mir sogar angeboten, mich zum Filmen ins Führerabteil zu setzen!). Tipp: Unbedingt mit beiden Rigi-Bahnen fahren, denn die Strecken sind sehr unterschiedlich!

########## Daten der Bahnen ##########

 

Der Grat am Pilatus. Die Sichtverhältnisse (rechts!) wechselten von Minute zu Minute!

 

Die Brünigbahn - einzige Schmalspurbahn der SBB (teilweise Zahnradbahn!)

 

Großraumwagen der Brünigbahn mit Panorama-Langfenstern

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Ausgangsort: Interlaken

 

Brienz / Brienzer See: Die Brienz-Rothorn-Dampf-Zahnradbahn.
Recht kompliziert: Der Mechanismus des Zahnradantriebes der kleinen Dampfloks.
Tipp: Für 50,- CHF extra darf man auf der Dampflok mitfahren!

 

An der Bergstation Rothorn-Kulm angekommen, bleiben die typischen, schnellen Auspuffschläge der kleinen Dampflok noch lange Zeit unvergesslich im Kopf.
Die "Cabrio"-Wagen sind übrigens toll: Bei schönem Wetter schiebt man die Fenster einfach nach oben unters Dach!

Tipp: Bei Bergfahrt möglichst links sitzen (beste Aussicht!).
Bei diesem Wagentyp kaum Sicht direkt nach vorne! Achtung: Evtl. lohnt sich das Warten auf den nächsten Zug, denn das Personal pfercht die Wagen gnadenlos voll bis auf den letzten Platz, um Folgefahrten zu sparen.

Blick von Rothorn-Kulm auf den Brienzer See (ganz rechts die Bergstation der BRB).
Eine Fahrt mit der BRB ist ein Muss für jeden Schweiz-Besucher - schon wegen der Dampfzüge und der tollen Aussicht!

########## Daten der Bahnen ##########

 

Großraumwagen der Brünigbahn mit Panorama-Hochfenstern (hier am Brienzer See).

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

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Auffällig und ausgefallen: Wagen für den Verkauf von Trachtenmoden im Bahnhof Interlaken West.

 

Standseilbahn "Heimwehfluh" in Interlaken (West) - offene Wagen mit Gardinen!
Tipp: An der Bergstation gibt es eine große Modellbahnschau und

einen Aussichtsturm mit bestem Rundblick über Interlaken!

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Nun meine "Lieblings-Zahnrad-Bergbahn": Die Schynige-Platte-Bahn (SPB) - hier im Depot in Wilderswil.

Diese kleinen "Chäschtli (Kästen) auf Rädern" sind He2/2-Elloks, teilweise von 1914, aber gut in Schuss (der Lokführer muß noch in Stehen fahren!). In der Lok sehenswert: Der alte Fahrtenschreiber!

Die Wagen haben viele kleine Abteile, deren Türen von außen verschlossen werden.

Das panthografenähnliche Gebilde auf dem Wagendach ist kein Stromabnehmer, sondern ein "Eiskratzer", der bei Frost die Fahrleitung für die schiebende Lok freischabt! (Den haben nur einige Wagen, denn eigentlich ruht der Betrieb im Winter, und ein Teil der Fahrleitung ist dann abgebaut!)

Ein Blick ins Innere des "Holzklasse"-Wagens.

 

Eine Riggenbach-Zahnstangen-Weiche der SPB.
Da Weichenkonstruktionen bei Zahnradbahnen sehr aufwendig sind,
verwenden manche Bahnen Schiebebühnen anstelle von Weichen.

 

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Zwei Züge der Schynige-Platte-Bahn (SPB) an der Bergstation.

 

Hier (in Wilderswil) die älteren SPB-Wagen noch in grüner Lackierung.

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Triebwagen der Wengernalp-Bahn (WAB), Streckenzweig Grindelwald.

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Drehstrom-Triebwagen der Jungfrau-Bahn (JB) in Kleine Scheidegg

 

Eis-Skulpturen im Eispalast im Gletscher 20 m unterhalb des Junfgrau-Jochs.
Tipp: Sehr sehenswert, Eintritt frei! Warm anziehen, gut festhalten (glatt)!

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Triebwagen der Wengernalp-Bahn (WAB), Streckenzweig Lauterbrunnen.

 

WAB-Rangiertraktor in Lauterbrunnen.

 

WAB-Güterwagen (mit Führerständen!) in Lauterbrunnen.

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Lauterbrunnen ist auch Ausgangspunkt für die zweigeteilte BLM:

Standseilbahn der Bergbahn Lauterbrunnen - Mürren (BLM), untere Teilstrecke. Mit über 60 % Steigung für mich die bis dahin steilste (aber wohl auch optisch hässlichste) Standseilbahn, mit der ich je gefahren bin! Die Trassierung ist abenteuerlich mit langen, niedrigen Viadukten Die Wagen führen talseitig übrigens Güterplattformen mit, für die es
an den Stationen ein ausgeklügeltes Ladesystem gibt (Mürren ist autofrei!). Wegen der Güterplattform ist die Sicht ins Tal stark eingeschränkt! Die drei kleinen Stromabnehmer dienen nur zur Energieversorgung im Stationsbereich.

In Grütschalp, der Bergstation der Standseilbahn, steigt man in den Triebwagen der zweiten Teilstrecke der BLM um, der als ganz normale Adhäsions-Schmalspurbahn den restlichen Weg bis Mürren zurücklegt.

########## Daten der Bahnen ##########

 

Ein Blick in das noch recht neue elektronische Zentralstellwerk der BLS in Spiez. Von hier aus wird fast das ganze Netz der BLS (Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn) ferngesteuert, wobei die meisten Regelbetriebs-Funktionen wie z. B. Zugkreuzungen, Fahrgastanzeigen usw. automatisch ablaufen. Vor der großen Übersichtstafel (Bauart SIEMENS "Domino") haben ein bis zwei Fahrdienstleiter ihren (Bildschirm-)Arbeitsplatz. Ein dritter Arbeitsplatz (ganz rechts) dient Ausbildungszwecken, der 4. Arbeitsplatz im Vordergrund kann bei Störungen mit einem zusätzlichen Mitarbeiter besetzt werden.

Triebwagen der BLS in Spiez

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Ausgangsort: Zermatt

 

Noch ein Muss für den Schweiz-Besuch: Die Gornergrat-Bahn (GGB). Leider sind die Sitze der (neuen!) Triebzüge bretthart, aber die Fahrt entschädigt mit tollen Ausblicken und interessanter Streckenführung. Wie man an den beiden kleinen Stromabnehmern erkennt, fährt die GGB mit Drehstrom. Bei Talfahrten wird die Bremsenergie in die Fahrleitung zurückgespeist, so dass zwei Talfahrer in etwa die Energie für einen Bergfahrer erzeugen.

Die (Doppel-Lamellen-)Zahnstange (System Abt) der GGB

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Ausgangsort: Chur

 

Der Arosa-Express der Rhätischen Bahn (RhB) hat ausnahmsweise keine roten, sondern hübsch gestaltete blaue Wagen (hier der Salonwagen in Arosa). Lobenswert: Der Arosa-Express ist ein Nichtraucher Zug (Nikotinsüchtige müssen also eine Stunde ohne "Stoff" durchhalten)!

Der Salonwagen des Arosa-Express dürfte z. Zt. wohl der modernste und eleganteste Wagen der Schweizer Bahnen sein und bietet mit seinen langen Panorama-Fenstern einen tollen Ausblick auf die interessante, kurvige Strecke mit ihren vielen Viadukten. Wie auf dem Bild wohl zu erkennen ist, fährt die Chur-Arosa-Bahn (ChA) in Chur wie eine Straßenbahn vom Bahnhofsvorplatz ab und dann noch eine zeitlang weiter auf den Straßen der Stadt (es ist aber ein neuer, unterirdischer Bahnhof für die ChA geplant).

########## Daten der Bahnen ##########

 

Gleichstrom-Triebwagen "Diavolezza" der RhB / Berninabahn

 

Eine Ellok mit Diesel-Abgasen? - Ja, dies ist eine der beiden Zweisystemloks Gem 4/4 der RhB, die mit Gleichstrom aus der Fahrleitung oder (auf Wechselstromstrecken oder bei Störungen oder auf Gleisen ohne Fahrleitung) mit Dieselaggregat fahren können.

Rangiertraktor der RhB / Berninabahn.

 

Zweirichtungs-Schneepflug der RhB / Berninabahn.

 

########## Daten der Bahnen ##########

 

Weitere Anmerkungen, Hinweise und Tipps:

 

"Glacier-Express®":

Der "Glacier-Express®" ist nicht ein Zug, sondern der Name steht für eine Reihe von Zügen auf dieser Verbindung. Es gibt große Komfort- und Qualitätsunterschiede im eingesetzten Wagenmaterial! Da meine Planungen es verlangten, habe ich leider für den "Glacier-Express®" von Zermatt nach Chur reservieren müssen, der keine Panoramawagen führt. Heute sehe ich dies als Fehler an und möchte jedem, der diese Fahrt plant, raten, den Mehrpreis für die 1. Klasse zu opfern und einen   Platz im Panoramawagen zu buchen (was allerdings sehr frühzeitig erfolgen muss, weil die beteiligten Bahnen nur wenige Panoramawagen besitzen, die auf die jeweils 4 Züge beider Richtungen aufgeteilt werden müssen!). Die Beschaffung weiterer Panoramawagen läuft.
In meinem Falle musste ich die lange Fahrt recht beengt in einem der üblichen BVZ-Wagen absolvieren, die normalerweise auch im Nahverkehr eingesetzt sind. Für den obligatorischen Sonderzuschlag und einen Zug, der weltweit als DIE Besonderheit der Schweizer Bahnen angepriesen wird, und der fast immer voll ausgebucht ist, ist das eigentlich eine Zumutung! Auf meiner 8-tägigen Reise habe ich schon wesentlich komfortablere Züge ohne Zuschlag vorgefunden!
Im Gegensatz zu den vollmundigen Anpreisungen hat mich der "Glacier-Express®" ohnehin nicht gerade "vom Sockel gehauen". Wenn man mal von der BVZ-Strecke und einem Stück hinter Brig sowie dem Oberalp-Pass absieht, ist die Strecke im Vergleich zu den von mir vorher besuchten Bergbahnen wenig spektakulär (man fährt halt entlang Rhone und Rhein, und der wahrscheinlich interessanteste Teil der Strecke wird einem duch den über 15 km langen Furka-Basistunnel vorenthalten).
Die am nächsten Tag absolvierte Albula- und Bernina-Strecke empfand ich als wesentlich interessanter!

 

Pünktlichkeit, Verspätungen?, Übergangszeiten:

Die Schweizer Bahnen sind für Ihre Pünktlichkeit bekannt. Und das stimmt wirklich (und trifft auch auf die Schiffe zu). Das soll nicht heißen, dass jeder Zug nun wirklich genau auf die Sekunde ankommt oder abfährt, aber bei knappen Anschlüssen oder Übergängen sollte man wirklich nicht auf Verspätungen hoffen.
Die Übergänge zum Umsteigen sind oft so gut aufeinander abgestimmt, dass man meist keine Zeit hat, zwischen zwei Zügen im Bahnhof schnell noch mal 'ne Tasse Kaffe oder 'nen Imbiss zu sich zu nehmen.
Unterwegs kommt es immer wieder vor, dass der Zug in einem kleinen Bahnhof oder einer zweigleisigen Ausweichstelle einige Zeit hält, und man fängt an sich Sorgen zu machen, ob man seinen nächsten Anschlusszug noch erreicht, weil solche Halte (bei uns!) normalerweise eine Verspätung und verpasste Zuganschlüsse nach sich ziehen. Aber keine Angst - das ist alles eingeplant! Auf den vielen eingleisigen Schweizer Bahnstrecken kommt es nun mal hin und wieder zu einer Zugkreuzung (die manchmal sogar "fliegend", also ohne Anhalten der kreuzenden Züge absolviert wird. Wenn der Zug also mal nicht fahrplanmäßig hält, ist das kein Grund zur Besorgnis - es wird nur der Gegenzug abgewartet, und das ist im Fahrplan eben schon berücksichtigt. (Auf manchen Strecken werden Zugkreuzungen bereits vollautomatisch vom Stellrechner gereglt - ohne Zutun des Fahrdienstleiters und immer an der strategisch günstigsten Stelle.)

 

Zug- und Bahnhofstoiletten:

Hinsichtlich der Toilettensituation kommt man (im Gegensatz zu Deutschland - schöne Grüße an die DB!) in der Schweiz kaum in Bedrängnis. Da viele Bergbahnen in den Fahrzeugen nicht über Toiletten verfügen, gibt es fast an jeder noch so kleinen Station die entsprechende Möglichkeit - und das überwiegend kostenlos! (Während meiner gesamten Reise geriet ich nur an eine einzige Bahnhofstoilette, für die ich "Eintritt" bezahlen musste.)
Etwas enttäuscht war ich von den Zugtoiletten, weil die Wagen an sich außen und innen oft recht modern sind, die Toiletten aber immer noch wie in alter Zeit aus einem "zugigen Loch im Boden" bestehen.

 

Fahrpreise der Bergbahnen:

Wie man aus meiner Zusammenstellung der Bahndaten ersehen kann, sind die Fahrten mit den Bergbahnen (z. B. VRB/ARB, PB, BRB, JB usw.) für unsere Begriffe ganz schön teuer (man könnte auch sagen, die Preise sind so hoch wie die Berge).
Allerdings sollte man immer bedenken, dass der Bau dieser Bahnen fast immer eine Meisterleistung der Ingenieurbaukunst darstellt und die ständige Unterhaltung zur Gewährleistung der Sicherheit sehr aufwendig ist.
Außerdem fahren einige der Bahnen nur wenige Monate im Sommerhalbjahr und versinken die übrige Zeit unter Schnee und Eis, was dann natürlich keine Einnahmen beschert; d. h., in 5 Betriebsmonaten muss das Geld für ein ganzes Jahr eingefahren werden!
Im Urlaub gilt doch: "Man gönnt sich ja sonst nix"! Auf jeden Fall wiegt die oft atemberaubende Fahrt und die tolle Aussicht, also das Erlebnis als solches, die Kosten voll auf, und man wird noch lange davon zehren, nachdem man längst schon wieder zuhause ist.

 

 

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