Thomas W. H. Koppermann präsentiert:

Titelgrafik - Copyright: twhk


 

Kleine Drehorgel-Basteleien
 
(zuletzt geändert: 14.02.2013)

 


Nichts ist vollkommen. Auch meine Drehorgel war es nicht.
Also habe ich dies und das ergänzt:


1.: Ein Schwungrad anstelle der einfachen Kurbel

 

Wichtig für einen sauberen Klang ist das gleichmäßige Drehen der Kurbel.
Das ist mit einer einfachen Kurbel, wie sie zur Grundausstattung gehörte, gar nicht so einfach, denn der von der Kurbel angetriebene Blasebalg hat zwei "Totpunkte", die wie Rasten wirken und das gleichmäßige Drehen sehr erschweren.
Darum gab man mir den Tipp, die Kurbel so bald wie möglich gegen ein Schwungrad auszutauschen.

 
Es dauerte allerdings einige Zeit, bis ich nach langem Stöbern auf Flohmärkten und  Schrottplätzen fündig wurde.
Endlich fand ich ein Treibriemenrad einer Tretnähmaschine, das sich hervorragend eignete.

Bei der Montage muss darauf geachtet werden, dass der Abstand zum Gehäuse groß genug ist, damit man beim Drehen nicht mit dem (herausgezogenen!) Achsknopf der Aufwickelspule in Konflikt gerät!

 
Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden:
Das Schwungrad wog etwa 4 kg und speicherte beim Drehen genug Energie, dass ein gleichmäßiges Drehen garantiert war - zur Freude bei mir als Spieler und bei den Zuhörern!

 
Wichtige Erfahrung für Nachbauer:

 

Da das schwere Schwungrad die relativ leichte Kurbelwelle im Ruhezustand doch arg belastet und die Gefahr besteht, dass sich diese einseitig verbiegt, sollte das Schwungrad in längeren Spielpausen (also zwischen den Auftritten) abgenommen werden!


2. Ein Aufsatz für den Wagen (zur Anpassung der Spielhöhe)

 
Da ich recht groß bin und die Orgel auf ihrem Original-Wagen für mich zu niedrig stand, musste ich irgend etwas machen, um die Spielhöhe anzupassen. Wenn man das nämlich nicht macht, sind bald arge Verspannungen und Schmerzen in Schultern, Armen und Gelenken die Folge.
Also baute ich mir einen in Größe und Farbe genau angepassten, kastenförmigen Aufsatz der zwischen Wagen und Orgel Platz findet und gleichzeitig als Stauraum und als Träger für eine zünftige Beschriftung dient:

 
    
 


3. Ein Tischchen für Textvorlagen usw.
 
Wenn man im Einsatz ist, hat man immer irgend etwas in Sichtweite abzulegen, z. B. das Titelverzeichnis oder das Textbuch. Zu diesem Zweck habe ich mir aus Plexiglas® ein kleines Tischchen konstruiert, das an der (vom Spieler aus gesehen) linken Gehäuseseite angesteckt wird und dessen Gewicht auf dem Handgriff des Wagens ruht.


4. Ein Halter für Prospekte
 
Als Drehorgelspieler muss man auch ein wenig Werbung für seine Dienste machen, und auch die Zuhörer fragen immer wieder nach Informationen. Also habe ich am unter Punkt 3. beschriebenen Tischchen gleich einen Prospekthalter - ebenfalls aus Plexiglas - angebracht, so dass dort Handzettel zur Selbstbedienung angeboten werden können.


5. Ein "Kassierer" fürs Kleingeld

 
Drehorgelspieler haben die unterschiedlichsten Gefäße für die Publikumsspenden. Da findet man
Teller, Sparstrümpfe, Sparschweine, Blechbüchsen, Fischdosen und vieles Interessante mehr.

 
Da ich die Publikumsspenden aus meinen öffentlichen Auftritten an Kinderhilfsorganisationen weiter gespendet habe, habe ich mich für einen kindgerechten Blickfang in Höhe der Kinderaugen entschieden:
Bei mir saß ein plüschiger "Käpt'n Blaubär"® auf einem Stühlchen auf dem Rand eines Zylinders, in den die Zuhörer ihre Spenden einwerfen konnten:

 
Käpt'n Blaubär bittet um Spenden - © twhk     Käpt'n Blaubär bittet um Spenden - © twhk
 

Natürlich bekam er auch eine Menge Streicheleinheiten von den Kleinen, so dass das Äffchen, das am Handgriff turnt, schon ganz neidisch war ...   ;-)


6. Ein Halter für einen (Sonnen-)Schirm

 
Zwar spielt ein Drehorgelspieler normalerweise nicht im Regen, denn auch ein großer Schirm reicht nicht aus, um das wertvolle Instrument vor Feuchtigkeit zu schützen. Aber die von uns allen für Außenauftritte so heiß ersehnte Sonne kann einem doch ganz schön zu schaffen machen, wenn man längere Zeit spielt und dabei ungeschützt ist.

Also habe ich an die hintere linke Ecke meiner Orgel (dort, wo man normalerweise steht, wenn man mit der rechten Hand dreht) ein Rohr montiert, in das das Standrohr eines Sonnenschirms eingesteckt werden kann.
Den Innendurchmesser habe ich so gewählt, dass auch das dickere Rohre eines größeren Schirms hinein passt; für dünnere Rohre habe ich einen Adapterring, den ich auf die obere Öffnung stecken kann.
Letztendlich habe ich die Halterung passend zur Orgel lackiert und verziert, so dass sie nicht als Fremdkörper angesehen wird, wenn sie nicht benötigt wird.

Sonennschirm-Halterung - © twhk
 


7.: Ein "Verstimmschutz" gegen allzu entdeckungsfreudige Kinderhände

 
Da ich ab und zu bei Schul- und Kinderfesten "aufgespielt" habe (eigentlich müsste man sagen "dabei war", denn die Orgel "spielten" meist die Kinder ...), musste ich auch schon die Erfahrung machen, dass manche Kinder bei der Entdeckung der ihnen fremden Technik etwas weit gehen und mit den kleinen Fingern an den geradezu einladenden Knebeln der Stimmstöcke herumspielen und so die Pfeifen verstimmen (und die erwachsenen Zuhörer denken dann, ich spiele falsch ...).

 
Generell habe ich nichts gegen die gesunde Entdeckerlust der Kinder und erkläre ihnen gerne, was sie wissen wollen, denn nur so können sie etwas lernen. Wenn es aber so weit geht, dass ich nicht mehr weiterspielen kann und die Orgel zuhause aufwändig neu stimmen muss, dann muss ich den lieben Kleinen schon Grenzen setzen.

 
Ich habe daher vor den freiliegenden Prospekt-Pfeifen im oberen Bereich eine dicke Klarsichtfolie angebracht, die verhindert, dass man die Stimmstöcke mit den Fingern erreichen kann. Die Töne können aber trotzdem noch gut nach außen gelangen.

 
(Manche Kinder entdecken aber auch, wo die Luft aus den Pfeifen herauskommt und dass man etwas bewirken kann, wenn man dort die Finger hinein steckt oder davor hält - dagegen ist man aber machtlos und kann nur hoffen, dass auch das irgendwann langweilig wird und von selber aufhört ...)

 

Verstimmschutz - © twhk


8.: Ein Sonnenschutz für das Display

 
Beim Spielen im hellen Tageslicht oder in der Sonne ist das rote Zahlen-Display der DELEIKA® GeFi NobaTronic® kaum noch abzulesen:

 
Display in der Sonne - © twhk
 

Es hat sich als hilfreich erwiesen, die kleine Abdeckklappe so weit herunter zu klappen, dass man gerade noch die Tasten bedienen und die Zahlen erkennen kann. Nur muss die Klappe irgendwie in dieser Position festgestellt werden.
Zu diesem Zweck habe ich einfach einen Schieberiegel neben die Klappe montiert.

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.Schieberiegel - © twhk.....Schieberiegel - © twhk
 

Dort dient er nicht als Verschlussschieber, sondern als "Offenhalter", denn die Zunge des Schiebers sorgt dafür, dass die Klappe nicht ganz bis in die Verschlussstellung gelangen kann. So ist der beabsichtigte Zweck mit einfachsten Mitteln erreicht und das Ergebnis kann sich - im Vergleich zu vorher - sehen lassen:

 
Display im Schatten - © twhk

 


9.: Ein Sperrriegel für die Orgel

 
Bei öffentlichen Auftritten kann es vorkommen, dass man seine Orgel auch mal (sehr ungern) für eine kurze Zeit abstellen und - evtl. unter fremder Aufsicht - alleine lassen muss (auch ein Drehorgelspieler hat ja mal Hunger auf einen Imbiss oder muss zwecks "Entsorgung" in die "Keramikabteilung"). Solche Momente sind manchen Leuten sehr willkommen, mal auszuprobieren, was man denn so alles anstellen kann, wenn der eigentliche Spieler nicht dabei ist.


Üblicherweise nimmt man entweder den Akku oder den Liedspeicher oder besser beides aus der Orgel heraus und behält diese "Schätze" bei sich. Mir war das jedoch zu umständlich, zumal die Teile auch durch das häufige Aus- und Einstecken mechanisch leiden.
Also habe ich einen Sperrbügel konstruiert, der ganz auf meine Orgel zugeschnitten ist und die wichtigsten Bedienelemente, Klappen und Abdeckungen verschließt:

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Wie man auf den Bildern sieht, sind durch die angebrachte Sperre die Rückspulkurbel und die Spielkurbel festgelegt und gegen schnelle Demontage gesichert, und alle oberen Abdeckklappen (einschließlich des darunter befindlichen Akkus und Liedspeichers) sind verschlossen. Für die Anbringung des Vorhängeschlosses musste ich lediglich eine Ringschrauböse an der Vorderwand des Orgelgehäuses anbringen.


10.: Ein Blickfang mit Bewegung

 
Wenn eine Drehorgel spielt, dann gibt es außer der Drehbewegung an der Kurbel für die Außenstehenden eigentlich nicht viel zu sehen. Weil ich für jeden Spaß zu haben bin, Figuren sammle und eines Tages auf einem Flohmarkt einen kleinen "Wackel-Seemann" fand, entschloss ich mich, diesen als kleinen Blickfang auf der Drehorgel festzukleben.
Sein Kopf machte jede noch so kleine Schaukelbewegung der Drehorgel mit und sorgte durch seine spontanen Bewegungen bei Groß und Klein im Publikum für Erheiterung (die "Kleinen" sorgten meist noch für zusätzliche Bewegungen, weil es so viel Spaß gemacht hat!).

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11.: Einblick ins Innere der Drehorgel

 
Normalerweise ist eine Drehorgel für die Außenstehenden nur ein mehr oder weniger bunter "Holzkasten", an dem ein Mensch eine Kurbel dreht und aus dem dann Musik heraus kommt. Man sieht ein paar Pfeifen, mehr eigentlich nicht.

 
Um den technisch Interessierten (und den "Zweiflern", die einen MP3-, CD- oder Cassettenspieler im Inneren vermuten) das reale Innenleben der Orgel (Schläuche, Balg, große Pfeifen usw.) zeigen zu können, habe ich den normalerweise fest verschraubten Gehäusedeckel so umgebaut, dass man ihn leicht öffnen und hochklappen kann.
Bisher wurde diese Möglichkeit der Einsichtnahme bei fast jedem Auftritt gerne genutzt.

 


 

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© Idee und Umsetzung: Thomas W. H. Koppermann, 23881 Bälau (Deutschland)